Konsum als Tabubruch? Eher Tabubruch als Konsum!
Zum KeinBuch meinte Connie Müller-Gödecke von buchbestattung.de:
Sorry. Da wird wieder ein angebliches Tabu aufgebaut, und ein Gegenmittel angepriesen, um das arme kleine Ich zu stärken.
Kann man erst frei sein, wenn man etwas dafür kauft?
Wenn etwas als Ware vorhanden ist?
Nur durch Konsum werde ich creativ?
Ich sehe durchaus die angesprochene Problematik: Das KeinBuch ist ein Konsumgut (sogar ein Luxusgut), das zur Rebellion aufruft. Das kann man als Bevormundung und Konsumismus verdammen. Konsum ist aber heute ein identitässtiftendes Kommunikationsmedium, ein eigenes soziales System an der Grenze zum Wirtschaftssystem. Insofern halte ich es nicht für falsch, Tabubrüche zu konsumieren. Klar könnte man auf das KeinBuch oder das “Wreck This Journal” auch selber kommen. Die Ideen darin sind nicht so speziell, dass sie nicht auch ohne externen Input generiert werden könnten. Aber ich glaube, man tut dem (Kein)Buch unrecht, wenn man es nur als inkonsequenten, weil kapitalistisch vermarkteten Tabubruch versteht. Es will in erster Linie ein Unterhaltungsmedium sein. Und es ist ein sehr unterhaltsames Medium.
Ich sehe es anders als Connie: Der subversive Charme ist Teil des Produkts, nicht das Produkt Teil der Subversion.
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