Ist das (fertige) KeinBuch ein “Kunstwerk”?
Eine medien- und kunsttheoretisch interessante Position vertritt in Tanja im libtab-Blog:
Das KeinBuch nimmt die Angst vor dem Buch. Entgegen der üblichen Vorgehensweise, dass man Bücher sorgsam behandeln muss, soll es hier eben nicht so sauber und ordentlich zugehen. Das KeinBuch soll kreativ zerstört werden. Am Ende entsteht ein ganz persönliches Kunstwerk. Mehr dazu unter: keinbuch.com
Auch Petra Grasser des ABW-Blogs argumentiert in diese Richtung. Die Frage, die sich stellt: Kann man vom fertigen Produkt wirklich als von einem Kunstwerk sprechen? Ist dazu ausreichende kreative Eigenleistung in der Buchgestaltung? Kann man das gar medientheoretisch als Beispiel für gestalterische Freiheit von Kunst im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit verstehen?
Auch der Hersteller weist ja darauf hin, dass das Resultat “Spuren von Kunst” enthalten könne. Vielleicht ist das eigentlich Moderne an diesem Ansatz, dass Kunst als Kommerz, Konsum als Kreativität verstanden wird. Ich fühle mich latent nicht nur an das “Wreck This Journal“, sondern auch an das “The Guerilla Art Kit
” (Rezension in den Seitenhieben) erinnert. Auch dieses Buch ist kommerziell vertriebene Anleitung zur Kreativität, nur dass das Ergebnis nicht das Buch selbst ist, sondern unabhängige Werke entstehen. Wenn man sich nicht unter die alleinige Herrschaft der Bücher stellt sondern sie als Inspiration nutzt, halte ich die Ergebnisse also durchaus für potentielle Kunst. Gegenstimmen?
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